

	\documentclass[a4paper,11pt]{article}
	\usepackage{ngerman}
	\usepackage[latin1]{inputenc}
	\setlength\parskip{\medskipamount}
	\setlength\parindent{0pt}
	\begin{document}

	
 % win_linux
 % Copyright Alexander Fischer
 % Lizenz: GFDL
 % 
 % $Name: $
 % $Revision: 1.5.2.15 $
 % $Source: /cvsroot/selflinux/tutorial/userbasics/konzepte_basic/win_linux/win_linux,v $
 % SelfLinux-0.7.2
 %
 % Diese Datei ist Teil von SelfLinux http://www.selflinux.de
 %
 %%% $Id: win_linux,v 1.5.2.15 2003/02/09 18:14:42 tbanus Exp $

	\title{Unterschiede/Gemeinsamkeiten zwischen Windows und Linux}


	
	    \author{Alexander Fischer}
	    %\url{mailto:selflinux@tbanus.org}
    

	\maketitle

	
	
	%\ref{../index.tex}
	
		%\ref{ueberblick.tex}
		Überblick über Linux
	\ref{win_linux}

    \par{Layout}
    Torsten Hemm
	    %\url{mailto:T.Hemm@gmx.de}
    
    	\par{Lizenz}
	GFDL
 
	\tableofcontents{}

        
	\section{Vorwort} \label{d16e48}
        
  
  
  
  \par
  
In diesem Dokument will ich Ihnen die wesentlichsten Unterschiede
von Windows und Linux zeigen.
Denn gerade die Personen, die in die UNIX-Welt umsteigen wollen,
stellen meist die Frage: Was kann Linux, was Windows nicht kann?
oder: Kann mir Linux den Komfort bieten, den mir Windows bietet?
Auf all die Fragen und noch mehr werde ich eingehen und
versuchen,
das ganze so zu formulieren, daß es auch ein ''Laie'' versteht. ;)
Wenn dennoch Fragen anstehen, oder etwas missverstanden wird,
können Sie mir 24 Std. täglich eine Email schicken.
Ich werde diese schnellstens beantworten. Dafür stehe ich mit meinem Namen.
  
 \section{Einzel- und Mehrbenutzersysteme} \label{d16e57}
         
  

  
  \par
  
UNIX ist von Anfang an als ein Mehrbenutzersystem konzipiert.
Daher brauchen Sie, bevor Sie mit dem System arbeiten können,
einen Benutzerkonto, Benutzernamen und ein dazugehöriges Passwort.
Anders als bei Windows können Sie sich selbst kein Konto eröffnen.
Dieses Aktion ist unter Unix normalerweise nur dem Administrator
-root- erlaubt.
Erst dann können Sie sich auf dem Computer anmelden und damit arbeiten.
Genauso ist es möglich, daß mehrere Benutzer ''gleichzeitig'' auf ein und
demselben Rechner arbeiten. Sie haben bei Linux die Wahl, per Netzwerk auf
einem ''Server'' und dessen Festplatten zuzugreifen, oder lokal auf demselben
Computer zu arbeiten. Linux ist so konzipiert, daß die vorhandenen Ressourcen
so verwaltet werden, dass alle angemeldeten Benutzer angenehm nebeneinander
arbeiten können.
  
  
  \par
  
Windows ist ein Einzelplatzsystem. Sie schalten die graue Kiste ein und
können mit der Arbeit beginnen. Es gibt inzwischen ebenfalls Funktionen
wie das Netzwerk- oder Family-Logon, jedoch dienen diese Dienste
nur dazu,
dass Sie Ihren Desktop und andere persönliche Dinge individuell
speichern können. Mit Zugriffsrechten hat das überhaupt nichts zu tun!
Windows besitzt zwar eine gewisse ''Netzwerkfunktion'', aber mit einem
Mehrbenutzersystem hat das wenig zu tun. Windows 95 - ME ist nicht in
der Lage, mit mehreren Benutzern gleichzeitig umzugehen. Das können
Sie am besten nachvollziehen, wenn z.B. 2 Benutzer gleichzeitig auf die
Anwendung Word zugreifen. Das System würde im wahrsten Sinne des 
Wortes
zusammenbrechen.
  
 \section{Das Dateisystem} \label{d16e72}
        
  
  
  
  \par
  
Bei Windows und UNIX findet man verschiedene Dateisystemtypen bei
der Formatierung von Disketten und Festplatten.
Microsoft Windows 95 bis ME arbeiten ausschließlich mit den Dateisystemen
FAT16 und FAT32. Windows NT / 2000 / XP arbeiten auch mit NTFS-System.
Sicherlich haben Sie diese Begriffe schon einmal gehört, sei es beim
Einrichten der Festplatten oder sonstigen Arbeiten.
Unter Linux ist das Dateisystem EXT2 noch am meisten verbreitet,
wobei ReiserFS stark im kommen ist. Allerdings gibt es unter UNIX noch
sehr viel mehr UNIX-Dateisysteme wie z.B. FFS (Fast File System) unter BSD.
Grundsätzlich sagen diese Bezeichnungen nicht allzuviel aus.
  
  
  \par
  
Durch das Dateisystem wird bestimmt, wie groß eine Festplatte oder Partition
sein darf. Bei den aktuelleren Windows-Versionen liegt die Grenze bei einigen
hundert Gigabyte, darüber ist das System nicht mehr in der Lage die Daten zu
verwalten. Anders sieht es bei Linux/UNIX aus. Diese Systeme sind auf
sehr viel größere Datenmengen konzipiert. So sind Festplatten mit
einigen TeraByte überhaupt kein Problem!
  
  
  \par
  
Linux ist aufgrund des Dateisystems schon sehr viel länger in der
Lage,
lange Dateinamen zu verarbeiten. Dabei braucht man auch keine Rücksicht
auf die Kombination 8+3 nehmen (diese wurde vorrangig von MS-DOS eingesetzt).
  
  
  \par
  
Ebenfalls wird auf die Groß- und Kleinschreibung sehr großen Wert gelegt.
Man kann in einem Verzeichnis z.B. {\bf Text.txt} und 
{\bf text.txt} haben. Beide können einen komplett anderen Inhalt 
haben. 
Das wirkt sich auch auf die Kommandos aus. 
Der Befehl {\bf DIR} ist nicht gleich {\bf dir}.
  
  
  \par
  
Unter UNIX steht es Ihnen frei, wie Sie Ihre einzelnen Daten benennen.
Unter Windows müssen Sie pingelig auf die Dateiendung achten.
Z.B. bei einem Textdokument muß die Endung {\bf Text.txt}
heißen. Unter UNIX können Sie nehmen was Sie wollen:
{\bf Text.txt}, {\bf Text.dokument}, 
{\bf Text.privat} oder einfach nur {\bf Text}
Der Punkt in dem Dateinamen stellt nicht eine Trennung sondern ein ganz
neutrales Zeichen in der Benennung dar.
Das System erkennt anhand der dateiinternen Kennzeichnungen um welchen
Dateityp es sich handelt.
  
 \section{Die Zugriffsrechte} \label{d16e120}
        
  
  
  \par
  
Unter Windows 95/98/ME haben Sie das Problem, daß Sie jede Datei auf dem System
ansehen, verändern, speichern oder gar löschen können.
Egal ob es sich nun um eine Systemdatei oder gar um einem geheimen
Liebesbrief handelt. Genauso können Sie aus heiterem Himmel jede Software
installieren und selbstverständlich wieder löschen.
Ihnen steht es auch frei, einfach aus Spaß die gesamte Festplatte zu formatieren.
Das muß leider nicht immer aus bösem Willen geschehen, das kann auch einem
erfahrenen Benutzer aus Unachtsamkeit passieren.
Auch die so genannten Anmelde-Profile helfen in diesem Fall leider nicht weiter.
Sie speichert lediglich die persönlichen Einstellungen und den eingerichteten
Desktop. Sie können trotzdem auf die Daten Ihrer Mitbenutzer zugreifen...
  
  
  \par
  
Unter Linux müssen Sie stets mit einem Benutzernamen angemeldet sein!
Somit weiß das System immer, wer Sie sind. Entsprechend dem haben Sie vom
Systemadministrator gewisse Rechte oder Verbote zugeteilt bekommen.
Sie können auf dem System genau Soviel arbeiten/einsehen/löschen, was Ihnen
vorher der Administrator erlaubt hat.
Die eigentlichen Systemdateien sind von Haus aus für einen normalen Benutzer 
tabu.
So können Sie nicht aus versehen das System beschädigen, Konfigurationsdateien
löschen oder gar die Festplatte formatieren - selbst dann nicht, wenn Sie das 
wollten.
Sie können auch nicht (außer man hat Ihnen das erlaubt) auf die Dateien von
anderen Benutzern zugreifen oder einsehen (ob lokal oder übers Netz).
Grundsätzlich gilt folgende Regel: Es ist ALLES verboten, was nicht ausdrücklich
erlaubt ist. Wundern Sie sich also nicht wenn Sie einmal die Meldung
Permission denied! bekommen ;)
  
  
  \par
  
Zusätzlich können Sie unter Linux auch so genannte Benutzergruppen erstellen.
In diesem Gruppen können Sie mehrere Benutzer zusammenfassen und eine Datei
für jede Gruppe individuell freigeben oder verbieten.
Somit sparen Sie sich die Arbeit, für jeden einzelnen Benutzer eine Datei
mit den Zugriffsrechten zu versehen.
Das ist in großen Netzwerken mit vielen Benutzern recht hilfreich und 
erleichtert
um ein erheblicheres die Verwaltung.
Eine detaillierte Beschreibung dessen erhalten Sie in der Dokumentation von
Benutzergruppen. Diese sollten Sie sich bitte aufmerksam durchlesen, da Sie 
diese
Funktion für eine vernünftige Benutzerverwaltung in einem Netzwerk unbedingt
benötigen.
  
  
  \par
  
Mit dem Betriebssystem Windows NT hat sich einiges geändert und nun ist auch
Windows in der Lage, ein ähnliches Benutzersystem zur Verfügung zu stellen wie 
Linux.
Allerdings wurde das erst mit Windows 2000 und ADS (Netzwerktechnologie)
weiterentwickelt.
Da aber derzeit an dem meisten Arbeitsplätzen mit Windows 95-ME gearbeitet wird,
hilft Ihnen das in einem Netzwerk leider recht wenig (geschweige denn von der
Kostenfrage, auf jedem System ein Windows 2000 zu installieren).
   
 \section{Das persönliche Verzeichnis - Heimatverzeichnis} \label{d16e141}
        
  
  
  \par
  
Den Begriff Heimatverzeichnis (Homedirectory) gibt es unter Win95-Me
eigentlich nicht. Wenn sie den Rechner starten, gehört der Computer Ihnen.
In allen Verzeichnissen können Sie tun und lassen was Sie wollen, genauso
können Sie überall Ihre Daten speichern.
Nehmen Sie Veränderungen an den Systemeinstellungen vor, dann werden diese
in Windows selbst geschrieben und gelten ab sofort für den gesamten PC.
Das so genannte Family-Logon ermöglicht es Ihnen immerhin, Ihren Desktop und
das Startmenü individuell anzupassen. Alle anderen Einstellungen haben
globale Auswirkungen.
  
  
  \par
  
In der UNIX-Welt (und selbstverständlich auch unter Linux) existiert für jeden
Benutzer ein so genanntes Heimat- bzw. Homeverzeichnis. Wenn Sie sich am System
anmelden, landen Sie automatisch in Ihrem persönlichen Verzeichnis.
Dieses Heimatverzeichnis gehört Ihnen und sie können damit alles (fast)
tun und lassen was auch immer sie wollen. Hier können Sie Ihre Daten speichern,
Ihre Emails archivieren und kleinere Programme installieren. Die individuellen
Einstellungen für Ihren Desktop und viele andere Programme werden hier ebenso
gespeichert. Ändern Sie Ihren Desktop, die Einstellungen Ihres Email-Programms
oder die Schriftfarbe der Konsole, betrifft das die anderen Benutzer in keiner
Weise. Auch das Betriebssystem an sich wird dadurch nicht verändert.
Das Homeverzeichnis ist Ihr privater Bereich, und alle Konfigurationen, die Ihr
Benutzerkonto betreffen, werden hier gesammelt gespeichert. Diese Daten werden
weder vom Betriebssystem oder einem anderen Benutzer gebraucht.
Wenn Sie Ihr Heimatverzeichnis löschen oder zerstören, interessiert das außer
Ihnen selbst zunächst niemanden.
  
  
  \par
  
In größeren Netzwerken oder Firmen wird das Heimatverzeichnis in der Regel
für private Dateien und Einstellungen verwendet, und die relevanten Firmendaten
liegen gesammelt an einer anderen Stelle. Das soll gewährleisten, daß die
privaten und die business-Dateien getrennt gehalten werden.
Die Daten in Ihrem Verzeichnis können von keiner anderen Person gelesen,
geschrieben oder ausgeführt werden, außer Sie erlauben es Ihr.
  
 \section{Der Desktop - grafische Benutzeroberfläche} \label{d16e156}
        
  
  
  \par
  
Bei den heutigen modernen Betriebssystemen fällt es meist schwer, zwischen
System und grafischer Benutzeroberfläche zu unterscheiden.
In den damaligen Zeiten vom MS-DOS war das ganze noch sehr einfach.
Hier bildete MS-DOS das eigentliche Betriebssystem und Windows wurde
aus dem Prompt heraus als eine grafische Benutzeroberfläche nachgeladen.
Seit Windows 95 sind die beiden Komponenten zu einer Einheit verschmolzen.
Die grafische Oberfläche war und ist ab diesem Zeitpunkt fester Bestandteil
des Systems, und läßt sich weder abschalten noch umgehen.
Microsoft Windows ist zum Betriebssystem geworden.
  
  
  \par
  
In der Linux-Welt wird hier nach wie vor sehr stark unterschieden und auch sehr
großen Wert darauf gelegt. Das Betriebssystem ist vollkommen Textorientiert,
MS-DOS erinnert sehr stark daran. (Begründung: Unix war zuerst da!)
Diese Umgebung nennt man
die Textkonsole oder auch die Shell. Sämtliche Programme und Funktionen lassen
sich problemlos in dieser Umgebung ausführen, so daß das System in keiner Weise
auf den Desktop angewiesen ist. Da die grafische Oberfläche viele Vorteile hat,
ist diese auch unter UNIX verfügbar. Der wesentliche
Unterschied liegt daran, daß dieses X-Window-System (wird unter UNIX so genannt)
kein fester Bestandteil des Betriebssystemes ist, sondern wie jedes andere
Programm gestartet werden muß. Unter UNIX gibt es nicht wie unter Windows
nur ein Window-System, sondern Sie können eine Vielzahl von verschiedenen
X-Window-Systemen installieren und benutzen. Der Standard unter Linux ist
die kostenlose Variante XFree.
  
  
  \par
  
Mit dem so genannten X-Windows können Sie an und für sich nicht viel anfangen.
Es macht lediglich Ihren Linux-PC fit für den graphischen Alltag.
Arbeiten werden Sie tatsächlich unter einem so genannten Window-Manager.
Dieses Programm stellt beispielsweise einen Desktop dar, 
verwaltet Ihre Programmfenster,
das Startmenü und alles was man sonst noch in einer Desktop-Umgebung braucht.
Das mag für Sie nun ein wenig verwirrend klingen, aber Microsoft Windows
macht das im Prinzip nicht anders. Nach dem das Betriebssystem geladen wurde,
startet die so genannte Windows-Umgebung (ist das X-Window und der
Window-Manager in einem). Sie haben unter Microsoft Windows allerdings nicht
die Wahl, welches Sie starten möchten; es ist Ihnen vorgegeben.
  
  
  \par
  
Sie haben unter Linux die Möglichkeit sich einen Window-Manager ganz nach
Ihrem Belieben und Vorzügen frei auszuwählen.
Die Bekanntesten sind z.B. fvwm, CDE,
Afterdark, KDE und Gnome.
Sie alle bieten Ihnen verschiedene Funktionen und meist ein anderes Aussehen.
Letztendlich dienen sie dem gleichen Zweck: sie stellen Ihnen
eine komfortable,
grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung. Besonders beliebt ist der
Window-Manager KDE, da er sehr stark an Microsoft Windows 
orientiert und
so den meisten Benutzern ein intuitives Arbeiten ermöglicht.
KDE wird heute mit so ziemlich jeder Distribution ausgeliefert.
  
 \section{Die Programme - Server und Client} \label{d16e198}
        
  
  
  
  \par
  
Wie Sie wissen, sind Windows 95/98/ME Einzel-Benutzer-Systeme.
Genauso wird auch mit den Programmen vorgegangen.
Wenn Sie z.B. Word starten, gehört Ihnen das Programm alleine.
So ziemlich alle Programme funktionieren nach diesem einfachen und
durchaus praxisgerechten Prinzip. Die Anwendungen sind für den lokalen
Betrieb ausgelegt, und bringen alle notwendigen Komponenten bereits mit.
  
  
  \par
   
Auf einem Linux-Server ist das allerdings nicht immer so einfach.
Es gibt Anwendungen, die nach dem Windows-Prinzip funktionieren und ganz
für sich alleine stehen. Diese können Sie verwenden, wie Sie es
gewohnt sind.
In diesem Punkt unterscheiden sich die Linux- und Windows-Programme
nur minimal oder meist überhaupt nicht.
  
  
  \par
  
Sehr viele Programme sind allerdings als Netzwerkdienste geschaffen worden,
und funktionieren auf eine ganz andere Weise. Viele
UNIX-Programme werden
als Server installiert. Wie der Name bereits verrät, bedient
der Server die Anfragen von anderen Arbeitsplätzen und Benutzern.
Um dies ermöglichen zu können, laufen auf dem Server so genannte Dienste.
Diese Programme stellen Daten und Funktionen bereit, und stellen selbst keine
Anwendersoftware dar, mit dem ein Benutzer direkt arbeiten könnte. Um diese Dienste
nutzen zu können, benötigen Sie eine so genannte Clientsoftware.
Diese verbindet sich beim Start mit dem Server und holt sich von ihm
die notwendigen Daten und Funktionen.
Der Server stellt den Dienst zu Verfügung, und der Client ruft ihn ab.
   
   
  \par
  
Dieses Prinzip bietet sehr viele Vorteile. So muss z.B. die
Server-Software nur ein mal auf dem Server installiert werden und nicht auf
jedem einzelnen Arbeitsplatz. Auf diesen wird lediglich ein viel weniger
komplizierte Anwendersoftware installiert. Es haben also viele Benutzer
die Möglichkeit auf eine einzige Anwendung zuzugreifen.
In der Praxis kommt dies z.B. bei zentralen Datenbanken (mySQL) vor.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß es eine größere örtliche Freiheit
gibt. Sie müssen nicht am Server sitzen um auf die Daten zuzugreifen.
Ihr Arbeitsplatz kann sich auch aus der Ferne mit dem Server verbinden.
Ein gutes Beispiel wäre ein E-Mail-Server. Die Serversoftware bietet Ihnen
die Möglichkeit, daß Sie sich mit einer Clientsoftware wie Outlook oder
Netscape von überall aus auf Ihrem Postfach zugreifen können.
  
  
  \par
  
Interessant ist auch, das X ein Client/Server System ist, und
damit die genannten Vorteile bietet, beispielsweise
Netzwerkfähigkeit.
  
 \section{Die Kommandozeile} \label{d16e222}
        
  
  
  \par
  
Der wesentlichste Unterschied zwischen Linux und Windows besteht in der
Bedeutung der Kommandozeile. In den Zeiten von MS-DOS haben Sie Ihre
Befehle noch am DOS-Prompt eingetippt und ausgeführt. Mit Windows hat
sich dies grundlegend geändert. Fast alle Programme werden mittels
Mausklick ausgeführt. Es existiert zwar noch ein MS-DOS-Fenster, aber
es hat jedoch fast keinerlei Bedeutung mehr.
  
  
  \par
  
Unter Linux / UNIX stellt die Kommandozeile nach wie vor ein sehr
wichtiges Arbeitsmittel dar. Sämtliche Funktionen können hieraus
gesteuert werden, und es Sie können von der Shell aus direkt auf
das System zugreifen. Die Kommandozeile ist um ein vieles mächtiger
als unter Windows, da sie Funktionen besitzt, die sie zu einer
wahren Kontrollzentrale machen. Zu dem ist die Shell
kein vorgeschriebenes Programm, mit dem Sie arbeiten müssen.
Sie können aus einer Vielzahl von Kommandozeilen-Interpretern auswählen.
Diese bieten aber auch sehr unterschiedliche Funktionen.
  
  
  \par
  
Selbst wenn Sie unter der grafischen Benutzeroberfläche arbeiten, können
Sie sehr oft nicht auf die Konsole verzichten. Es werden z.B. die meisten
Serverdienste über die Kommandozeile ausgeführt und auch
gesteuert, da Sie ja keine direkte Benutzeroberfläche besitzen oder gar benötigen.
Programme, die für die grafische Benutzeroberfläche konzipiert wurden, werden
oft auch über die Shell gestartet. Ob Sie nun den
Mozilla über die Konsole
aus starten oder per Startmenü, bleibt Ihnen überlassen. Starten wird das
Programm so oder so, und es erscheint auf Ihrem Desktop.
  
  
  \par
  
Es gibt unter den Window-Managern auch die Möglichkeit, ein so genanntes
X-Term zu starten. Es sieht wie die
MS-DOS Eingabeaufforderung
aus, aber in Wirklichkeit steckt der volle Umfang der Kommandozeile dahinter.
Es wird lediglich in einem Fenster ausgeführt.
  
  
  \par
  
Sie sollten sich aus diesen Gründen unbedingt mit der Kommandozeile vertraut
machen. Auch darüber werden sie ein Kapitel in SelfLinux finden.
Dadurch, daß Sie kaum auf die Shell verzichten können, werden sich
sicherlich sehr schnell mit ihr anfreunden. ;)
  
 \section{Die Dateien - ASCII und Binär} \label{d16e249}
        
  
  
  \par
  
In jedem Computersystem wird zwischen ASCII- und Binärdateien unterschieden.
Im Grunde handelt es sich dabei um Dateitypen, wie z.B. eine Word- und eine
Exceldatei. Das ausschlaggebende ist hierbei die Lesbarkeit.
Binärdateien werden, wie der Name schon sagt, im Binärcode gespeichert.
Diese stellt eine Kombination von Einsen und Nullen dar. Diese Dateien
können normalerweise von einem Menschen nicht gelesen und verstanden werden,
da sie nur ''wirre Zeichen'' enthält. ASCII-Dateien hingegen
enthalten menschenlesbare Daten.
Diese können in einem Editor geöffnet und gelesen werden.
Es müssen sich allerdings nicht immer nur um lesbare Buchstaben handeln, auch
hier können sich Maschinenzeichen aufhalten. Allerdings liegen diese immer
im Rohformat vor. Es findet also eine Aufteilung nach Zeichen, Zeilen und
Absätzen statt.
  
  
  \par
  
Genau an diesem Punkt liegt das eigentliche Problem.
Damals, als die verschiedensten Betriebssysteme entwickelt wurden,
war man sich nicht so ganz einig, wie eine Textdatei auszusehen hat.
So wurden dann durch die Programmierer der verschiedenen Systemen
unterschiedliche Spezifikationen für Textdateien festgelegt.
Dass die Dateien infolge dessen nicht miteinander kompatibel sind,
ist dann ja wohl klar. Das größte Problem dabei ist der Zeilenumbruch.
Die Programmiersprachen kennen 3 verschiedene Arten dessen: CR, LF und NL.
Prinzipiell haben alle 3 Arten die gleiche Aufgabe. Der Cursor soll nach
Betätigen der Enter-Taste in die nächste Zeile springen.
Unter UNIX ist LF (linefeed, Zeilenvorschub) der Standard. 
Sprich: alle Dateien die in der UNIX-Welt
(inbegriffen Linux) geschrieben wurden, sind miteinander kompatibel.
  
  
  \par
    
Unter Windows hingegen hat sich die Kombination LF und CR
(carriage return, Wagenrücklauf) durchgesetzt. Das hat zur Folge,
daß neben einer neuen Zeile auch noch ein neuer Absatz markiert wird.
Und um das Fass auch voll zu bekommen, ist man sich mit der Zeichenkette auch
nicht so ganz einig. Die Zeichen LF und NL sind gleich kodiert, haben jedoch
unter Umständen völlig unterschiedliche Bedeutungen.
  
  
  \par
  
Schlussfolgerung: Die Textdateien unterschiedlicher Betriebssysteme sind nicht
kompatibel. Kopieren sie Beispielsweise eine Textdatei von UNIX nach Windows,
können viele Windows-Texteditoren die Zeichen 
nicht eindeutig verstehen und produzieren
eine falsche Darstellung. Sehr oft wird der Text in nur einer langen Zeile
dargestellt. Es ist zwar bei kurzen Texten möglich, dies manuell nachzuholen,
aber bei langen Texten wird das sehr schnell unübersichtlich
  
  
  \par
  
Bei diesen Problemen wird ein so genanntes Konvertierungsprogramm
verwendet.
Das ist eigentlich nicht weiter kompliziert, da lediglich die Zeichen
CR, LF und NL in das Zeichen des entsprechenden Betriebssystemes übertragen 
wird.
Für den Datenaustausch wird meist ein FTP-Programm (File Transfer Protocol)
verwendet. Die neueren FTP-Programme haben eine Umschaltmöglichkeit zwischen
ASCII. und Binärmodus. Binärdateien werden hier unverändert übertragen,
wobei die ASCII-Dateien entsprechend konvertiert werden.
Allerdings wissen die FTP-Programme leider nicht, welche Ihrer Dateien in
welchem Format gespeichert sind. Das heißt, daß Sie bei jedem Transfer angeben
müssen, in welchen Format (ASCII oder Binär) die Datei vorliegt.
Sie können prinzipiell alle Dateien im Binär-Modus übertragen, nur bei 
Textdateien müssen Sie auf den ASCII-Modus umschalten. Damit wird gewährleistet,
daß die Dateien auch konvertiert werden.
FTP dient primär dem Datenaustausch. Die Konvertierung der Zeilenenden
ist nur ein Nebeneffekt. Also, bitte darauf Acht geben ;-)
   
   
  \par
  
Sie können allerdings Dateien von einem UNIX-Server gerne auf einem Windows-PC
ablegen und Ihn zur späteren Weiterverarbeitung wieder aufrufen.
Allerdings darf dieser Text dann nur auf einem UNIX-System geändert werden.
Fazit: Wenn Dateien nur auf einem Windows-PC genutzt werden, dann spielt der
Speicherort überhaupt keine Rolle.
  
  
  \par
  
Denken Sie deshalb daran, unbedingt die Dateien zu konvertieren, wenn Sie eine
Textdatei auf einem anderen Computersystem nutzen wollen.
  
 \section{Befehlsunterschiede DOS / Linux} \label{d16e279}
        
  
  
  \par
  
Ich liste Ihnen folgend noch die wichtigsten Befehle von MS-DOS
und ihr Analogon in Unix auf.
Das soll den Einstieg in die
Kommandozeile ein wenig vereinfachen.
  



    
    %table
    \begin{tabular}{|l|l|l|}
    \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf attrib}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf chmod}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateiattribute (wie schreibgeschützt) ändern
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf chkdsk}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf fsck}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Den Datenträger überprüfen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cd}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cd}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Verzeichnis wechseln
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cd}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf pwd}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Anzeigen der Position im Verzeichnisbaum
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf copy}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cp}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateien kopieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf date, time}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf date}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Zeit und Datum anzeigen / ändern
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf del}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf rm}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateien löschen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf deltree}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf rm -R}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Einen Verzeichnisbaum löschen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf diskcopy}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf dd}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Eine Diskette kopieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf dir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf ls}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Den Inhalt eines Verzeichnisses anzeigen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf dir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf df}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Anzeige des verwendeten Speichers von Dateisystemen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf echo}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf echo}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Einen Text auf dem Screen ausgeben lassen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf fc}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf diff}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateien miteinander vergleichen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf fdisk}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf fdisk}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Festplatte partitionieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf find}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf grep}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateien nach einem Schlüsselwort durchsuchen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf find}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf find}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Eine Datei suchen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf format}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf mkfs}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Einen Datenträger formatieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf md, mkdir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf mkdir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Ein neues Verzeichnis erstellen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf more}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf more, less}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Den Inhalt einer Datei am Screen ausgeben lassen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf move}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf mv}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Datei oder Verzeichnis verschieben
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf rd, rmdir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf rmdir}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Ein Verzeichnis löschen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf rename}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf mv}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Datei oder Verzeichnis umbenennen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf sort}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf sort}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Dateien oder Verzeichnisse sortieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf type}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cat}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Den Inhalt einer Datei am Screen ausgeben lassen
		\end{minipage}
	      \\ \hline 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf xcopy}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              {\bf cp -a}
		\end{minipage}
	      & 
            
               
		\begin{minipage}{60mm}
              Mehrere Dateien oder ganze Verzeichnisse kopieren
		\end{minipage}
	      \\ \hline
    \end{tabular}
   

	\ref{inhalt.tex}


	\end{document}
	
