

	\documentclass[a4paper,11pt]{article}
	\usepackage{ngerman}
	\usepackage[latin1]{inputenc}
	\setlength\parskip{\medskipamount}
	\setlength\parindent{0pt}
	\begin{document}

	
 % mailserver
 % Copyright Dirk Hebenstreit
 % Lizenz: GFDL
 % 
 % $Name: $
 % $Revision: 1.1.2.12 $
 % $Source: /cvsroot/selflinux/tutorial/advanced/netzwerk_advanced/andere_dienste/mailserver/mail,v $
 % SelfLinux-0.7.2
 %
 % Diese Datei ist Teil von SelfLinux http://www.selflinux.de
 %
 %%% $Id: mailserver_basic,v 1.1.2.12 2002/12/07 17:12:48 jgraber Exp $

	\title{Linux als Mailserver}


	
	    \author{Dirk Hebenstreit}
	    %\url{mailto:Dirk.Hebenstreit@epost.de}
    

	\maketitle

	
	
	%\ref{../index.tex}
	
		%\ref{andere_dienste1.tex}
		Internet
		%\ref{Mail.tex}
		Mail
		%\ref{Mail-Server.tex}
		Server
	\ref{mailserver}

    \par{Layout}
    Johnny Graber
	    %\url{mailto:selflinux@jgraber.ch}
    
    	\par{Lizenz}
	GFDL
 
	\tableofcontents{}

        
	\section{Grundlagen} \label{d48e56}
         

 

 
  \par
  
Im INTERNET wie auch im INTRANET ist die elektronische Post inzwischen einer
der wichtigsten Dienste geworden. Mit der zunehmenden Vernetzung von
Arbeitsgruppen in den Unternehmen entstanden neben den INTERNET-Standards aber
gleichzeitig diverse proprietäre Maildienste (MS-Mail, cc:Mail oder Notes),
welche erst in der letzten Zeit wieder zusammenwachsen und sich hin zu den
Standards
des INTERNET bewegen. So kann mittlerweile jeder moderne Mailclient mit
INTERNET-Nachrichten umgehen und die Mailserver der großen Softwareanbieter wie
MS-Exchange oder Lotus Notes/Domino bieten die Möglichkeit, Daten auch
zwischen INTRANET und
INTERNET auszutauschen. Stellen wir also zuerst einmal fest, welche Standards
im Zusammenhang mit elektronischer Post zu sehen sind:
 

 \begin{list}{*}{}
  
	\item 
SMTP (Simple Message Transfer Protocol) \linebreak 
Es ist das Übertragungsprotokoll der Server untereinander und
wird von den Clients zun Einliefern der Post benutzt. \linebreak  
   
 
   
	\item   
POP (Post Office Protocol; derzeit aktuell in der Version 3) \linebreak 
Die Clients benutzen es, um ihre Post vom Server abzuholen.
Entgegen dem SMTP besteht dabei die Möglichkeit, die Mail
auch teilweise auf dem Server zu verwalten
(allerdings nur in beschränktem Maße). \linebreak  
   
 
   
	\item    
IMAP (Internet Mail Access Protocol; derzeit aktuell in der Version 4) \linebreak 
IMAP wird wie POP 3 von den Clients benutzt, um Mail vom Server abzuholen.
Es bietet aber gegenüber POP wesentlich mehr Flexibilität bei der
Verwaltung der Post, so z.B. die Möglichkeit, Eingangskörbe auf dem Server
zu verwalten und Roaming Users, also Anwender, die von verschieden Orten
aus auf den Server zugreifen wollen. \linebreak  
   

   
	\item 
X.400 \linebreak 
Dieses Protokoll ist ein OSI-Standard und häufig im Behördenumfeld
anzutreffen. Es ist, OSI üblich, sehr umfangreich und mächtig, aber
es gibt kaum Anwendungen. Häufig werden POP/SMTP für den Zugriff durch
die Clients benutzt und danach eine Umsetzung auf X.400 durch den Mailserver
durchgeführt. \linebreak  
   

   
	\item 
X.500 \linebreak 
Ebenfalls ein OSI-Protokoll. Es beschreibt den Aufbau eines
Verzeichnisdienstes
der u.a. auch Mailadressen verwalten kann. X.400 nutzt in einer reinen
OSI-Umgebung X.500 als Adressbuch. \linebreak  
   

   
	\item   
LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) \linebreak 
Eine ``leichte'' Variante des DAP (Directory Access Protocol),
welches von X.500 für den Zugriff auf die Datenbasis benutzt wird.
LDAP wird derzeit von den neueren Mailclients (Outlook, Netscape)
unterstützt, um auf globale Verzeichnisdienste zuzugreifen
(Netcenter, VeriSign, Bigfoot etc.) \linebreak  
   
  \end{list}
\section{Aufbau einer Mail-Umgebung} \label{d48e113}
        
 

 
  \par
  
Das INTERNET stellt sich mit seiner Mail-Struktur vereinfacht folgendermaßen
dar: \linebreak 
In den Domains der bei der IANA registrierten Netze stehen die Mail Transfer
Agents ({\bf MTA}), welche die Nachrichten annehmen und untereinander verteilen.
Dabei wird in der Regel der direkte Austausch von {\bf MTA} zu {\bf MTA} bevorzugt, d.h.,
bevor eine Nachricht von {\bf A} nach {\bf B} geleitet wird, erfolgt ein Namensauflösung
des Zielsystems B. Danach stellt der {\bf MTA A} die Nachricht direkt an den {\bf MTA B}
zu. \linebreak 
Von dieser Verfahrenweise kann abgewichen werden, wenn die Konfiguration der 
{\bf MTAs}
dies festlegt, man spricht dann vom {\bf Mail-Routing}. {\bf MTAs} die nur als 
Zwischenstationen
benutzt werden heißen {\bf Mail-Relay}. \linebreak 
Um dem Anwender die Nachricht zustellen zu können, muß sich dieser mit einem User
Agent ({\bf UA}) an den {\bf MTA} wenden. Er kann dann die Nachricht auf sein Zielsystem
übertragen oder aber auf dem Server belassen und dort in einem Postfach
verwalten.
Hier kommen {\bf POP} und {\bf IMAP} ins Spiel.
 
\section{Mail im INTRANET} \label{d48e176}
        
 

 
  \par
  
Für das INTRANET gilt im Wesentlichen dasselbe wie für das INTERNET. Bleibt es
bei einem lokalen Netz, so agiert der Mailserver als MTA und ggf. sogar als UA
probieren Sie es aus: \linebreak 
Melden Sie sich an Ihrem Server an und starten Sie das
Programm elm. Sie benutzen damit einen UA (elm) auf dem MTA).
Wenn mehrere Standorte miteinander über ein WAN vernetzt sind, kommen häufig
mehrere MTAs ins Spiel, welche die Nachrichten untereinander synchronisieren
müssen.
Die Art der darunterliegenden Netzverbindung ist dabei egal, Hauptsache, eine
gleich
wie geartete Datenübertragung ist möglich. Im INTERNET erfolgte dies am Anfang
ausschließlich über das Protokoll/Verfahren UUCP (UNIX to UNIX copy), welches
auf
der Basis von Modem-Verbindungen die Nachrichten en Block austauschte.
Heutzutage
ist SMTP das Verfahren der Zeit, weshalb wir in diesem Kurs auf UUCP nicht
weiter
eingehen wollen.
 \linebreak 
Was benötige ich, um aus LINUX einen Mailserver zu machen?
Nun, ich benötige einen MTA, also eine Software die Nachrichten entgegennimmt,
weiterleitet und
an die UAs zustellt, ferner Dämonen, welche die Protokolle POP und/oder
IMAP zur Verfügung stellen.
 

\section{Der MTA} \label{d48e192}
        
 
 
  \par
  
Wie UNIX-üblich existieren verschiedene MTAs, so daß wir den uns genehmen
auswählen können. Zur Disposition stehen an erster Stelle die Pakete


 \begin{list}{*}{}
 
	\item Sendmail
 
	\item qmail
 \end{list}

 \subsection{Sendmail} \label{d48e209}
        
  

  
  \par
  
Das Paket {\bf sendmail} ist eines der ältesten INTERNET-Programme
und wohl auch das
mit
dem schlechtesten Ruf. Am Anfang war es aufgrund diverser Sicherheitslücken ein
beliebtes Einfalltor für Hacker und Co., und bei den Administratoren ist es 
wegen
seiner schwierigen Konfiguration gefürchtet. Dennoch hat es sich zum Standard
für UNIX/LINUX-MTAs erhoben und verdient auf jeden Fall eine
genauere
Betrachtung.
 \linebreak 
Mit den Jahren ist {\bf sendmail}, was die Sicherheit anbelangt,
wesentlich besser
geworden. Da es als OpenSource zur Verfügung steht, hatten Gott und die Welt 
Zeit und Muße, den Quellcode auf Fehler abzuklopfen und diese auszumerzen.
Sendmail
ist daher bei anständiger Konfiguration nicht unsicherer als andere Dienste auf
einem UNIX-Server. Was die Konfiguration angeht, so haben sich die Programmierer
die Kritik zu Herzen genommen und ein Tool entwickelt, welches die Arbeit
erleichtert. Dieses Tool namens IDA ist bei SuSE im sendmail-Paket bereits
enthalten und wird intern von YaST aufgerufen.
  
 

 \subsection{Qmail} \label{d48e226}
        
  

  
  \par
  
Das Paket qmail entstand aus dem Frust heraus, einen sendmail-MTA administrieren
zu müssen. Anfangs suchte der Autor einen einfachen Ersatz, doch mittlerweile
ist qmail zu einem vollständigen MTA gewachsen, der in seiner Komplexität
sendmail
nicht mehr nachsteht. Wir verzichten in diesem Kurs auf die nähere Beschreibung,
legen dem Leser
aber nahe, sich mit dieser Software als Alternative auseinanderzusetzen. Die
aktuelle
Version findet sich unter
www.qmail.org.
  
 
\section{Installation von sendmail} \label{d48e242}
        
 

 
  \par
  
In der SuSE-Distribution ist {\bf sendmail} in der Serie n 
enthalten, es wird daher
am einfachsten über YaST installiert:
 

 
 Installation festlegen/starten -\verb+>+ \linebreak 
 Konfiguration ändern/erstellen -\verb+>+ \linebreak 
 Netzwerk-Support
 

 
  \par
  
Nach der Installation kann {\bf sendmail} dann wieder über
{\bf YaST}
mit seiner
Konfigurationsdatei (sendmail.cf) versehen werden. Hierfür ruft man
in {\bf YaST} das Menü

 
 Administration des Systems -\verb+>+ \linebreak 
 Netzwerk konfigurieren -\verb+>+ \linebreak 
 Sendmail konfigurieren
 

auf.
 

 
  \par
  
Wählen Sie Konfiguration mit Zugriff über einen Nameserver, um
{\bf sendmail} über
eine ppp-Verbindung auf den Provider zugreifen zu lassen. Wenn der Server
ausschließlich lokal betrieben wird ist die Auswahl beliebig, kann bei einem
späteren INTERNET-Anschluß aber jederzeit geändert werden. Im Verzeichnis /etc
wird jetzt die Konfigurationsdatei angelegt. Ferner schreibt die Installation
in das Verzeichnis /sbin/init.d das Start-/Stopscript sendmail und legt in
/etc/rc.d/rc2.d die symbolischen Verweise S20sendmail und K20sendmail an.
Um sendmail jetzt zu starten geben Sie an der Kommandozeile den Befehl

 
   \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux \~{}/ \# 
 sh /etc/rc.d/sendmail start
   \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
 

ein. Das Kommando ps sollte uns jetzt folgende Ausgabe liefern:

 
   \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux \~{}/ \# 
ps ax| grep sendmail
   \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
  \begin{tt} \begin{scriptsize} \verb+  +22432\verb+  +?\verb+  +S\verb+  +\verb+  +0:00 sendmail: accepting connections on port 25\end{scriptsize} \end{tt} \linebreak
 

Wie man erkennen kann, benutzt {\bf sendmail} jetzt den Port 25
(SMTP) für ein- und
ausgehende Verbindungen. Um im laufenden Betrieb einen Neustart des Dienstes
zu erreichen genügt ein
 {\bf 
 sh /etc/rc.d/sendmail reload
 }
 

 \subsection{Einträge in /etc/rc.config} \label{d48e306}
        
  
  
  \par
  
Das Verhalten von {\bf sendmail}kann UNIX-üblich über
Kommandozeilenparameter
beeinflußt
werden. SuSE hat hierfür in das Start-/Stopscript Variable aufgenommen, welche
in der Datei /etc/rc.config gesetzt werden. \linebreak 
Diese sind:
  

  
  \par
  
 -SENDMAIL\_TYPE=''yes''
  
  bestimmt, daß die Konfiguration von sendmail.cf über rc.config
  und YaST erfolgen soll. Bei ``no'' müssen wir diese selber editieren.
  

  

  
  \par
  
 -SENDMAIL\_SMARTHOST=''''
  
  Bei Verbindung über UUCP wird hier der sog. ``smarthost''
  (der Kommunikationspartner) eingetragen.
  

  

  
  \par
  
 -SENDMAIL\_LOCALHOST=''localhost''
  
  Die hier aufgeführten Namen werden als Aliasnamen für den
  eigenen Rechner betrachtet. Es unterbleibt die DNS-Anfrage!
  

  

  
  \par
  
 -SENDMAIL\_RELAY=''''
  
  Sendmail liefert keine Nachrichten lokal aus, sondern übergibt
  diese an das Relay. Damit kann ein Relay-Verbund aufgebaut werden.
  

  


  
  \par
  
 -SENDMAIL\_ARGS=''-bd -q30m -om''
  
  Hier werden {\bf sendmail} seine Startparameter übergeben.
  Die komplette Liste erhält man mit {\bf man sendmail}, die hier
  aufgeführten Werte bedeuten:

   -bd:
    {\bf sendmail} startet als Daemon
    und geht in den Hintergrund

   -q30m:
    die Nachrichten in der Warteschlange
    werden alle 30 Minuten abgearbeitet

   -om:
    die Option ``m'' wird gesetzt
    (s. Installations- und Betriebshandbuch ;-))

  

  


  
  \par
  
 SENDMAIL\_EXPENSIVE=''yes''
  
  Mit dieser Einstellung schreibt {\bf sendmail} die Nachrichten
  nur in seine Messagequeue und stellt sie erst beim Aufruf
  {\bf sendmail -q} zu. Dies wird benötigt, wenn man den Server
mittels
  ISDN-Wählverbindung an das INTERNET gehängt hat und nicht will,
  daß jede ausgehende Mail eine Verbindung zum Provider aufbaut.
  Stattdessen ruft man {\bf sendmail -q} per crontab z.B. in den
Nachtstunden
  auf und holt bzw. sendet die Mail in einem Rutsch (Polling). Alternativ
  kann der Eintrag auch in das PPP-Startscript aufgenommen werden,
  so daß bei jedem Verbindungsaufbau auch ein Mailaustausch stattfindet.1.1
  

  

  
  \par
  
 SENDMAIL\_NOCANONIFY=''no''
  
  Sendmail versucht nicht mehr, bei jeder Mail den vollen Namen
  der Mailadresse per DNS aufzulösen. Diese Einstellung ist ebenfalls
  bei ISDN-Dialup-Verbindungen wichtig um zu verhindern, daß auch lokale
  Adressen über den DNS des Providers aufgelöst werden. Alternativ
  kann auch ein lokaler DNS dies unterbinden (s. Aufbau eines DNS-Servers)
  

  

 
 \subsection{Ein kurzer Blick in sendmail.cf} \label{d48e380}
        
  

  
  \par
  
Um zu verstehen, warum {\bf sendmail} als ``Konfigurationsmonster''

gilt, hier ein
kleiner Ausschnitt aus der Datei sendmail.cf:
  

  \begin{tabular}{|l|}
                  \hline
                  \begin{tt} 
        
sendmail.cf
   \end{tt} \\ 
                  \hline
                  \begin{minipage}{130mm} 
                  \begin{scriptsize} 
                  \begin{verbatim} 
        

 Cwlocalhost
 # my official domain name

 # ... define this only if sendmail cannot automatically
 determine your domain

 #Dj$w.Foo.COM
 CP.

 # "Smart" relay host (may be null)
 DS

 # place to which unknown users should be forwarded

 #Kuser user -m -a<>

 #DLname_of_luser_relay

 # operators that cannot be in local usernames (i.e., network indicators)

 CO @ % !

 # a class with just dot (for identifying canonical names)

 C..

 # a class with just a left bracket (for identifying domain literals)

 C[[

 # Mailer table (overriding domains)

 Kmailertable hash -o /etc/mail/mailertable.db

 # Domain table (adding domains)

 #Kdomaintable dbm /etc/domaintable

 # Generics table (mapping outgoing addresses)

 Kgenerics hash -o /etc/mail/genericstable.db

 
   \end{verbatim} 
                  \end{scriptsize} 
                  \end{minipage} \\
                  \hline
                  \end{tabular}

 

 \subsection{mailertable} \label{d48e401}
        
  
Die Datei mailertable legt fest, auf welchem Wege die Mail für bestimmte
Zielsysteme zugestellt werden soll. Sie wird standardmäßig bei SuSE nicht
angelegt,
was zu Problemen führen kann, wenn man nicht das von SuSE gelieferte rpm-Paket
installiert, sondern {\bf sendmail} aus den Sourcen heraus selbst
übersetzt. Am
besten,
man legt die Datei mit dem Befehl
  
    \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux \~{}/ \# 
 touch /etc/mailertable
    \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
  

an und läßt sie leer.
Wenn man sie jedoch einsetzten will hat sie folgenden Aufbau:
  \begin{tabular}{|l|}
                  \hline
                  \begin{tt} 
        
/etc/mailertable
   \end{tt} \\ 
                  \hline
                  \begin{minipage}{130mm} 
                  \begin{scriptsize} 
                  \begin{verbatim} 
        
   

 # /etc/mailertable
 # Legt fest, wie ein Host zu erreichen ist

 # Zuerst die Zustellung in der eigenen Domain über smtp.
 # %1 wird dabei durch die eMail-Adresse des Empfängers ersetzt
 # Hinweis: Der Domainname muß aufgelöst werden können!

 .my.domain     smtp:%1

 my.domain      smtp:%1

 # Der Rechner somebody ist über relay.my.domain erreichbar
 somebody       smtp:[relay.my.domain]

 # Für den Rechner number soll kein DNS genutzt werden
  number         smtp:[192.168.1.56]
   
   \end{verbatim} 
                  \end{scriptsize} 
                  \end{minipage} \\
                  \hline
                  \end{tabular}

  
  \par
  
Um diese mailertable dem Programm {\bf sendmail} bekannt zu machen 
muß sie mit dem 
Befehl

  {\bf 
 makemap
  }

in ein DBM-Format übersetzt werden. Neustarten des {\bf sendmail} 
nicht vergessen!
  
 

 \subsection{aliases} \label{d48e437}
        
  

  
  \par
  
Die Datei /etc/aliases ermöglicht es, einer realen Mailadresse verschiedene
Pseudonyme zuzuordnen. So existiert auf Webservern in der Regel dein Aliasname
für den Systemverantwortlichen als webmaster@my.domain, das NetNews-System 
benutzt
das Synonym news@my.domain um Fehlermeldungen zuzustellen. Um nicht für jede
dieser Kennungen echte Accounts anlegen zu müssen, können diese einem oder
mehreren User-Accounts zugeordnet werden.
  
  \begin{tabular}{|l|}
                  \hline
                  \begin{tt} 
        
/etc/aliases
   \end{tt} \\ 
                  \hline
                  \begin{minipage}{130mm} 
                  \begin{scriptsize} 
                  \begin{verbatim} 
        


 # /etc/aliases
 # Zuordnung von Aliasnamen zu realen Accounts
 # Erst die Systemkennungen:


 news:             pmeier, \news

 newsadmin:        pmeier

 newsadm:          pmeier

 webmaster:        rschulz

 postmaster:       sschmidt

 mail:             sschmidt

 root:             nkrueger, \root

 # ``sprechende'' Aliasnamen für die Accounts


 pmeier:           peter.meier

 rschulz:          robert.schulz

 sschmidt:         stefan.schmidt

 nkrueger:         norbert.krueger

   \end{verbatim} 
                  \end{scriptsize} 
                  \end{minipage} \\
                  \hline
                  \end{tabular}

 
  \par
  
Die Syntax ist damit recht einleuchtend, interessant sind die Einträge 
news:
pmeier, $\backslash$news und root: nkrueger, $\backslash$root. Damit wird sichergestellt, daß 
die an
die Kennungen news und root adressierten Nachrichten nicht nur an den realen
Benutzer pmeier, sondern auch an die Systemkennungen news bzw. root zugestellt
werden. Damit erzeugt man quasi ein Mailarchiv für diese Kennungen und kann
darin auch noch nach Meldungen suchen, wenn nkrueger sie bereits in seinem
Eingangskorb gelöscht hat.
 

 
  \par
  
In der zweiten Hälfte der Datei werden die heute recht gebräuchlichen
eMail-Adressen
der Form mein.name@my.domain erzeugt. Dieser Abschnitt will allerdings auf einem
Produktivsystem mit häufig wechselnden Accounts gepflegt sein! \linebreak 
Bevor die Aliasnamen eingesetzt werden können, muß mit dem Befehl

 {\bf  
newaliases
 }

erst wieder eine DBM-Datei erzeugt werden.
Auch hier schadet es nichts, {\bf sendmail} neu zu starten! 
 
 
\section{POP3-Server} \label{d48e473}
        
 
 
  \par
  
Für das Abholen der Mail auf dem Server wird in der Regel das Protokol
POP (Post Office Protocol) in der Version 3 verwendet. Bei SuSE ist der
hierfür notwendige Daemon leicht installiert, er findet sich in der Serie n
als pop.
Nach der Installation über {\bf YaST} ist in der Datei
/etc/inetd.conf der Eintrag
 \begin{tabular}{|l|}
                  \hline
                  \begin{tt} 
        
/etc/inetd.conf
  \end{tt} \\ 
                  \hline
                  \begin{minipage}{130mm} 
                  \begin{scriptsize} 
                  \begin{verbatim} 
        

 pop3    stream  tcp     nowait  root    /usr/sbin/tcpd  /usr/sbin/popper -s
  \end{verbatim} 
                  \end{scriptsize} 
                  \end{minipage} \\
                  \hline
                  \end{tabular}
durch Entfernen des Kommentarzeichens \# zu aktivieren.
Damit wird das Programm /usr/sbin/popper mit dem Parameter -s über das Programm
tcpd (dem tcp-Wrapper) gestartet. Dieser doppelte Aufruf ist notwendig, um
Zugriffsbeschränkungen für die zu startenden Dämonen zu realisieren und
den Zugriff selber mittels syslog zu protokollieren. Näheres zum tcp-Wrapper s.
{\bf 
man tcpd.} \linebreak 
Nach den Änderungen in inetd.conf ist dies dem inetd-Prozeß mitzuteilen:

 
  \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux /root/ \# 
 killall -HUP inetd
  \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
 

Um sich davon zu überzeugen, daß unser POP-Dämon jetzt aufrufbereit ist gebe
man ein:

 
  \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux /root/ \# 
 netstat -a | grep pop
  \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
 \begin{tt} \begin{scriptsize}  tcp\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +0\verb+  +\verb+  +\verb+  +0 *:pop3\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  + *:*\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  + LISTEN\end{scriptsize} \end{tt} \linebreak

Der Eintrag LISTEN zeigt, daß unser POP-Server erfolgreich registriert wurde.

 
\section{IMAP-Server} \label{d48e516}
        
 
 
  \par
  
Der IMAP-Dämon wird nach demselben Schema eingerichtet wie POP3. Zuerst
sucht man in der Datei /etc/inetd.conf den Eintrag
 \begin{tabular}{|l|}
                  \hline
                  \begin{tt} 
        
/etc/inetd.conf
  \end{tt} \\ 
                  \hline
                  \begin{minipage}{130mm} 
                  \begin{scriptsize} 
                  \begin{verbatim} 
        
 
 imap2   stream  tcp     nowait  root    /usr/sbin/tcpd  imapd
  \end{verbatim} 
                  \end{scriptsize} 
                  \end{minipage} \\
                  \hline
                  \end{tabular}
 
und entfernt das Kommentarzeichen (\#).
Danach folgt wieder
 
  \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux /root/ \# 
 killall -HUP inetd
  \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
 
 
und die Kontrolle mit
 
 \begin{tt} \begin{scriptsize} root@linux /root/ \# 
netstat -a | grep imap
 \end{scriptsize} \end{tt} \linebreak 
\begin{tt} \begin{scriptsize}  tcp\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +0\verb+  +\verb+  +\verb+  +0 *:imap2\verb+  +\verb+  +\verb+  + *:*\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +\verb+  +LISTEN\end{scriptsize} \end{tt} \linebreak


Jetzt können wird die Clients für den Zugriff über POP oder IMAP auf unseren
Server einrichten.
 
\section{Konfiguration von Netscape als Mailclient} \label{d48e552}
        
 

 
  \par
  
Die Einstellungen für den Mailzugriff erfolgen bei Netscape unter dem Punkt

 
 Edit -\verb+>+ Preferences
 
 
Für das Versenden der Mail ist der SMTP-Server und der Benutzername 
einzutragen.
Der Server für den Maileingang ist im Feld ``Mail Server'' zu konfigurieren,
nachdem man ihn mit ``Add'' angelegt hat. In der folgenden Registerkarten 
können
wir unseren POP-Zugriff definieren:
 

 
  \par
  
Der IMAP-Zugriff ermöglicht eine wesentlich vielfältigere Konfiguration:
 

 
  \par
  
Die Verwaltung anderer Mailclients (z.B. Outlook) erfolgt ähnlich.
 

	\ref{inhalt.tex}


	\end{document}
	
